Donnerstag, 7. August 2014

Schottisches Gesundsweisen (NHS)

Nach unserer Rückkehr aus den Highlands kam ich in eine für einen Touristen ungewöhnliche Situation. Ich durfte bzw. musste :-) in Glasgow zum Zahnarzt gehen; nichts Kompliziertes, aber eine kurze Behandlung, damit im Rest des Urlaubs nicht Schlimmeres passiert.
Die telefonische Terminbuchung am Tag zuvor war etwas abenteuerlich, da ich die erste "schottisch" sprechende Dame am Telefon nicht verstanden haben - und sie mich offensichtlich auch nicht; kein guter Start. Sie gab jedoch den Hörer an eine Kollegin weiter, bei der es dann doch besser ging. Es war zwar immer noch wiederholt nachfragen erforderlich (beim Geburtsdatum habe ich die Frage erst beim 5 Mal verstanden...), aber am Ende habe ich innerhalb von 24h einen Termin bekommen, was mich doch sehr überrascht hat. Mein Zahnarzt in Kassel hat da mehrere Wochen Vorlaufzeit. 
Ich kam pünktlich zum Termin, musste ein Formular ausfüllen, was eigentlich als Tourist nicht notwendig gewesen wäre. Sie hätten mich aber gern als dauerhaften Patienten gewonnen. Fünf Minuten nach dem vereinbarten Termin sagte mir dann die Schwester am Empfang entschuldigend, dass die Zahnärztin noch eine andere Behandlung abschließen müsse, aber dann gleich bereit seit. Nach ganzen 10 Minuten Wartezeit kam ich dran, übrigens abends um 17 Uhr. Das finde ich eine sensationell kurze Wartezeit! 
Die Behandlung ging schnell und entspannt zu vonstatten, die Tür des Behandlungszimmers blieb offen, im Hintergrund lief ein Kofferradio mit einem lokalen Radiosender, und zwischendurch wurde ich befragt, wie mir Glasgow gefällt, ob ich bei den Commonwealth Games war usw. Ich habe selten einen so kurzen und kurzweiligen Zahnarztbesuch gehabt. 
Ich hatte mir das Gesundheitswesen auf der "Insel" irgendwie komplizierter und rückständiger vorgestellt. Vielleicht hatte ich ja auch Glück, dass Sie mich als Kunden gewinnen wollten ;-)

Mittwoch, 6. August 2014

Der letzte Tag in den Highlands

Nach einem späten Frühstück fuhren wir nach Drumnadrochit zu der Burg Urquhart am Loch Ness. Erst schauten wir uns einen Einführungsfilm zu der Burg an, indem die ca. 1500-jährige Geschichte der Burg kurz erzählt wurde. Dann konnte man die Ruine natürlich auch noch besichtigen. Die Burg war relativ groß, früher waren es nämlich mal zwei Burgen. Außerdem hatte man einen ziemlich guten Blick auf den See und das gegenüberliegende Ufer.



Wir aßen dort einen schnellen Mittagssnack und fuhren dann weiter zu einem Museum über Loch Ness und dem Ungeheuer Nessie (Loch Ness Exhibition Center). Ich fand das Museum irgendwie nicht so toll wie ich es erwartet hatte, da die Darstellung der wissenschaftlichen Untersuchungen schwierig zu verstehen waren. Den Rest des Tages ruhten wir uns aus.

Dienstag, 5. August 2014

Baden in Loch Ness

Über den heutigen Tag lässt sich nicht so viel schreiben, da wir nichts Spezielles vor hatten. Wir haben ein wenig mehr das Hostel erkundet, das wirklich sehr gut organisiert ist. Ich habe noch keine Jugendherberge erlebt, in der die Angestellten so engagiert für die Gäste gearbeitet haben.

Heute hat die Sonne viel geschienen, so dass Johanna unbedingt im Loch Ness baden musste. Sie hat festgestellt, dass die Wassertemperatur nicht viel wärmer war wie die Nordsee bei Sylt ☺.

Montag, 4. August 2014

Wanderung in den Highlands (Loch Affric)

Die Wettervorhersage für den heutigen Tag war gut, fast keine Regenwahrscheinlichkeit und sogar Sonne angekündigt! Deshalb haben wir heute eine Wanderung um das Loch Affric geplant. Dieser See liegt sehr abgelegen, ca. 1 Autostunde vom Loch Ness entfernt, wobei die Fahrgeschwindigkeit zum Ziel hin extrem abnahm, weil es nur noch eine Fahrspur mit regelmäßigen Ausweichsplätzen an der Seite gibt und die Straße sehr kurvig ist. Am Ende der Straße durfte man dann das Auto - gebührenpflichtig - abstellen.

Die Wanderung (ca. 16-18km in knapp 4,5-5h) war sehr angenehm, wenig Steigungen, totale Ruhe, kein Handyempfang im kompletten Tal ;-) und gute Wege. Das Wetter war wie vorhergesagt, wechselhaft mit Wolken und hin und wieder ein paar Tropfen Regen, was aber in Schottland kaum erwähnenswert ist. Schön war gegen Ende noch eine längere Zeit strahlender Sonnenschein! Die "Kulisse" mit den hohen Bergen rund um den See war schön anzusehen und machte Lust auf mehr; es erinnert schon sehr an die Alpen, nur dass es einfach viel niedriger liegt, wir waren meiste auf 200-300m, die Gipfel liegen bei ca. 1100m.




Das einzige was etwas störend war waren die berüchtigten winzigen Beißmücken (midges), die einen anfallen sobald man irgendwo stehen bleibt. Ich habe es aber nicht als so schlimm empfunden wie die sonst üblichen Stechmücken. Bei der Witterung in Schottland kann man sich ja auch ganz gut "bedeckt" halten ohne zu sehr zu schwitzen.

Auffällig waren die Kiefern in dem Tal, die oft sehr dick aber relativ klein waren. Das Wetter setzt den Bäumen schon stark zu, viele sind auch sehr vom Wind in eine Richtung getrieben. Es wird versucht, die Kiefern wieder vermehrt zu züchten, da in den letzten Jahrhunderten viel Wald verloren gegangen ist.


Sonntag, 3. August 2014

Fahrt in die Highlands

Heute sind wir von Glasgow nach Fort Augustus am Südufer von Loch Ness gefahren, erst etwas länger an der Küste lang und dann dem Navi folgend. Dort fuhren wir eine Straße entlang, die sich beim Fahren so anfühlte wie eine Achterbahn. Es gab zwar nicht sehr viele Kurven aber es ging hoch und runter und hoch und runter. Papa fuhr kurz vor den Hubbeln immer noch einmal etwas schneller, so fühlte es ziemlich lustig an.
Ansonsten verlief die Fahrt normal und ohne erwähnenswerte Zwischenfälle. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, aber zum Fahren vier Stunden auch anstrengend. Wegen des Regens gab es ein paar dramatische Ausblicke während der Fahrt.


Es gibt kaum gerade Stücke, die Qualität der Straßen ist meist bescheiden und das Wetter war mit zeitweisen Starkregen auch nicht gerade entspannend...
Fort Augustus ist ein netter kleiner Ort, der offensichtlich voll vom Tourismus lebt; Nessie lässt grüßen ☺.
Das Hostel "Morag's Lodge", in dem wir nächtigen, ist übriges sehr gemütlich und relativ günstig.

Freitag, 1. August 2014

Besuch in Edingburgh, Teil 2

Neben dem Besuch des Real Mary's King Close, den Johanna beschrieben hat, haben wir in Edinburgh zwei Dinge erlebt, die ich noch erwähnen möchte. Beim Passieren der Royal Mile kamen wir kaum von der Stelle, da an diesem Tag die Fringe begonnen hat, ein riesiges Kulturfestival mit Tausenden von Artisten wie Gauklern, Straßenmusikern, Pantomimen, Schauspieler usw. usw. Man kam auf Grund der vielen Personen, die Werbung für Veranstaltungen verteilen, wirklich kaum vorwärts. Der kostenlose Gesamtkatalog des Festivals ist kleingedruckt so dick wie das Telefonbuch einer mittelgroßen Stadt. Wen es interessiert, kann sich das auch online anschauen ;-) Link zum Fringe.


Ziel unseres Spaziergangs über die Royal Mile war das schottische Parlamentsgebäude am Ende der Straße, direkt neben der schottischen Sommerresidenz der englischen Queen (Holyrood Palace). Das schottisches Parlament ist deshalb einen Besuch wert, weil es vom katalanischen Architekten Enric Miralles als sehr eigenwilliger Komplex mit sehr vielen ausgefallenen Details entworfen und gebaut wurde. Wir fanden den Bau zwar etwas verwirrend, da man den Sinn hinter vielen Details ohne Zusatzinfo einfach nicht verstehen kann, aber trotzdem ansprechend. Zum Beispiel sollen die Stahlträger, die das Dach über dem Parlamentssaal tragen, über den Kopfen der Abgeordneten schweben wie Damoklesschwerter!





Unterirdische Gassen in Edingburgh

Heute sind wir in Edinburgh gewesen und haben u.a. 400 Jahre alte Gänge besichtigt (Real Mary's King Close). Zu Beginn wurden wir in einen finsteren Raum geleitet, wo uns erst einmal erklärt wurde, worum es hier geht. Dann sind wir in die alten Gemäuer hinab getaucht und von unserer Führerin wurde uns am verschiedenen Orten und Stationen nach und nach nahe gebracht, wie die Leute früher so gelebt haben, bzw. gestorben sind (unsere Führerin hatte etwas von britischem Humor). Es war sehr spannend so viel darüber zu erfahren, wie und wo Menschen vor 400 Jahren leben mussten. Auch wenn ich nicht immer alles verstanden haben, war es manchmal sehr lustig ;-)